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Ja, das ist nicht sonderlich originell, aber was soll man schon zu einem solchen Kampf schreiben. Wir haben uns zwar bislang nicht mit Ruhm bekleckert, aber HSK XIII, unser heutiger Gegner, hatte bislang noch viel kleckerfreiere Kleidung, und nachdem sie ersatzgeschwächt waren, waren wir einfach an jedem Brett, bis auf bei Dave, deutlich besser, im Schnitt knapp 100.

Also fangen wir doch mit der Aufstellung an: Dave gegen Andreas Albers (2030), Marten gegen Claus Langmann, einen Newcomer (1694 aus 156), Marcel gegen Klaus von Bargen (keine Verwandtschaft mit Thomas, 1695), Rainer gegen Manfred Mumme (1709), Leonardo gegen Alexander Hamburg (1721), Finki gegen Sebastian Springer (1658), Gerd gegen Carsten Wiegand (1504) und Armin als Ersatz für Michael gegen Henning Kirschenmann (1495).

Und der Kampf begann mit 8 gegen 6, Brett 5 und 8 des HSK kamen zu spät - und als sie kamen, stand es bald 1:0 für uns. Leonardos Gegner hatte noch im Stau-Anreisestress einen Fingerfehler gemacht, Dame weg, Partie weg. Okay, Marcel stand inzwischen auch schon auf Verlust, diesmal hatte er spontan das Feld d6 eingestellt, der Läufer dort hinderte den König am Abzug, zwei Bauern waren erst einmal weg, doof das - ab in den Betrugsmodus. Aber der Rest stand ordentlich. Bei Dave war noch nicht viel passiert, ich hatte mit Schablone eine extrem aktive Angriffsstellung gemalt, Rainer stand ausgeglichen, warf aber ein Tempo weg, als er den vergifteten Bauern auf b2 deckte, Finki hatte einfach mal so eben eine Mehrfigur, Gerd hatte zwar Angriff, aber sein Damenflügel konnte sich kaum entwickeln - eher ein Minuspunkt - und Armin hatte einen Bauern eingestellt, aber eine dermaßen aktive Stellung, dass Bauern zählen zum Zeitvertreib für Kleinkrämer wird. In der Summe schon jetzt klar besser.

Wie nicht anders zu erwarten, war Marcel nach einigen Beschissversuchen verloren und bettelte den Verein um Schläge an. Aber keiner mochte ihn nach der Partie mehr berühren. Das bringt Pech. Ansonsten passierte wenig, aber doch entscheidendes: ich vergalloppierte mich etwas und der Angriff wurde stumpfer, wenngleich immer noch gut, Rainer zog nichts mehr vorwärts, sodass Schwarz Raumvorteil erlangte. Finki spielte eine dreimalige Stellungswiederholung mit Mehrfigur, die nur aus reklamationstechnischen Gründen noch weitergespielt wurde, Gerd befreite seinen Damenflügel und hatte spontan eine Mehrdame und Armin stand immer noch okaylich, aber der ganz große Druck war raus.

Erwähnte ich schon, dass Gerd eine Mehrdame hatte? Okay, keine Spannung, 2:1 für die Diagonale. Rainer befreite sich auch aus seiner passiven Stellung durch die Abtauschtechnik und bald darauf stand es 2,5:1,5 für uns. Aber kuschlig gewinnen sieht anders aus: Dave hatte einen Bauern geben müssen, in dem Endspiel wohl haltbar, aber definitiv, so Andi Albers später, eine undankbare Aufgabe. Ich habe meinen Angriff komplett weggestellt und in ein Endspiel mit - wegen einer kleinen Taktik - Mehrbauern umgeleitet, bei dem die Figuren aber nicht sehr aktiv standen. Und prompt ein Denkfehler - Tf1 ist mein Plan, will mein Gegner mit Kg6 vorbeugen, so kann ich mit Sf4+ eine gute Stellung erreichen. Er spielt Kg6 - und ich Tf1. Von nun an geht's bergab. Finki hat immer noch eine Mehrfigur, aber kommt nicht vorwärts, und auf einmal ist es doch remis - 3:2 für die Diagonale - und Armin... ja Armin... wie soll ich es beschreiben? Grütze? Murks? Quadratpflömpf? Auf einmal waren es mehrere Wenigerbauern, zum Ausgleich kein aktives Figurenspiel mehr. Also 3:2 für uns, aber drei schlechte Stellungen.

Ich habe nun den Vorteil, dass Claus viel Zeit verbraten hat und mit Generalabtausch zufrieden ist - drei Züge vor der technischen Remisstellung K gegen K bietet er den halben an, 3,5:2,5. Armin verliert fertig, 3,5:3,5. Bleibt Dave - als einziger mit besserem Gegner, zur Kompensation mit Wenigerbauern. Aber er macht seine Sache gut, die Läufer sind ungleichfarbig und die Dame deckt stets alles. Bis er dann doch den Fallstrick findet und matt geht.

Macht für die, die nicht mitgerechnet haben, ein 4,5:3,5 für den HSK. Und das nicht einmal unverdient. Zwar war aus einigen Stellungen einiges mehr herauszuholen (Finki Mehrfigur, ich), aber in der Summe haben zu viele von uns heute einfach zu schlecht gespielt. Leonardo mal ausgenommen - der Damengewinn nach 7 Zügen durch Fingerfehler zeigt von beiden Spielern nicht, was sie können: Dave hat ordentlich gespielt, aber hatte auch einen Gegner, der wusste, was er tat. Ich habe nach angenehmer Stellung aus Eröffnungsschablone nichts mehr auf die Reihe bekommen. Marcel - nun, in der Landesliga am Sonntag war er besser, und da hätte er nach 13 Zügen aufgeben müssen. Rainer - viel zu passiv, viel zu ängstlich, so kann man als Favorit den Punkt nicht abgreifen. Finki - Figur gewonnen aber dann nichts mehr geschafft, ein Rätsel. Gerd - Angriff versandet und eigentlich darf dann nichts mehr klappen, so ohne Damenflügel, aber mit Glück dann doch noch. Und Armin bewirbt sich um Aufnahme in Familie Heymuth, sieht nur, was er kann, und vergisst alles, was der Gegner kann. In der Summe hat keiner von uns gezeigt, was er angeblich kann. Allerhöchstens noch Dave, der sogar verlor. Und dann verliert man eben hochverdient.

Womit diejenigen Leute, die irgendwas von "um den Aufstieg mitspielen" murmelten, jetzt bitte schön ruhig bleiben - wir sind mitten im Abstiegskampf, haben dort gegen einen direkten Konkurrenten wichtige Punkte gelassen, und wenn im nächsten Spiel bei Marmstorf III, der nominell schwächsten Mannschaft, nicht gepunktet wird, dann wird das eine sehr sehr harte Saison. Wenn hingegen gepunktet wird, wird es immer noch eine harte Saison. Und darauf, dass ich seit 2010 (damals beim SKJE) keinen Mannschaftskampf mehr verloren habe, kann ich mich auch nicht mehr verlassen, denn hier und heute haben wir verloren. Auch diese Serie ist am Ende.

[Marten]

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