Betreff: Dia 1 - Lurup 1


Dieses Jahr hatten die Gegner den Weg zu uns gefunden (wobei passender Weise David gerade den Zettel mit dem Blitzergebnis vom letzten Jahr gefunden hat - oder kennt irgendwer ein anderes Blitzturnier mit Teilnahme von Feliu?). Und es begann eine umkämpfte Angelegenheit. Für den skienden Martin kam Andreas Czepulis, für Rainer Vogler wurde Onkel Heymuth der Jüngere eingesetzt.


Erste Meldung war dass Gerd einen Bauern mehr hatte. So in der Eröffnung gewonnen. Dafür der Gegner halt mit Entwicklungsvorteil. Panik durchfuhr die Mannschaft Tatsächlich allerdings unnütz, denn Gerd stabilisierte die Stellung gut, und hatte irgendwann nur den Mehrbauern und ein wenig Druck auf die schwarze lange Rochade.


Matthias hatte inwzischen ein Tempo gewonnen (symmetrische Stellung, aber er mit Schwarz am Zug), und Dave, mit einem obskuren Eröffnungszug konfrontiert (1.b3), spielte einen soliden Stiefel, hätte dann aber in ein, zwei Stellungen etwas mehr nachdenken können. So könnte man zumindest überlegen, eine einzügig hängende Qualle einfach mal zu amputieren. Allerdings hatte Dave dennoch hoppdischwupp und so einen überzeugenden Königsangriff, sodass ihn der Gegner nur noch mit massivem Materialverlust hätte stoppen können. 20:10 Uhr 1-0.


Michaels Gegner gab eine Qualität dafür, einen weißen Bauern in die schwarze Rochadestellung auf g7 zu platzieren, kam aber erst einmal nicht mehr weiter, weil da ein Blockadestein auf g7 stand. Tja, und Michael hatte halt die Qualle mehr. Andrei spielte so einen komischen Andreikram, den ich immer nicht begreife, Andreas Czepulis hatte die bessere Bauernstellung, aber anfangs Entwicklungsprobleme, speziell mit der Rochade. Diese bekam er jedoch langsam in den Griff, zwar musste er in die offene b-Linie hinein lang rochieren, aber Figurenspiel und der vom Himmel bzw. Brett fallende Mehrbauer entschädigten mehr als.


Marcel an 8 hatte inzwischen eine weitgehend ausgeglichene Partie schwung- und druckvoll gespielt, einen Bauern gewonnen, und auf einmal sah sich sein Gegner gezwungen in das dank Wenigerbauer und schlechter Königsposition unhaltbare reine Bauernendspiel überzuleiten. 21:28 Uhr 2-0.


Ich nutze die kurze Erholungspause um zu erwähnen, dass Andrei nach eigener Aussage langsam unter Druck geriet. Mein Gegner hingegen musste einen Bauern geben und ich hatte alle drei schweren auf die schwarze kurze Rochade gerichtet, oder, wie Rainer Laugwitz sagt, der Triumph des Blockadegedankens. Herr Wasmuth Junior wollte inzwischen nicht mehr kneten, Gesamtkampf sah ja auch gut aus. 21:42 Uhr 2,5:0,5.

Michael hatte inzwischen den Spanischabtauschdoppel-c-Bauern gegen den gegnerischen g-Bauern getauscht sowie ein Remisverbot von Ersatzmannschaftsführer Hernandez im Nacken, konnte sich aber unter vielen gegnerischen Schachs des Gegners und unter Zuhilfenahme eines angetäuschten Daves langsam aktivieren. Andreas sah jedoch eine Bauernwalze auf sich zukommen, die zum Glück letzten Endes falsch walzte und sich unnütz selbst in seiner Stellung fest fraß. Langsam konnte man daran denken, wieder selber mitzuspielen.


Apropos "selber mitspielen". Gerd hatte inzwischen (uninteressant) einen zweiten Bauern mehr und (interessanter) die schwarze lange Rochade völlig zerpflügt. Er trieb den König nun zurück auf die offene d-Linie, zerlegte die schwarze Stellung weiter nebst einem weiteren Farmerentferner, und beendete dann souverän die Partie. 22:15 Uhr 3,5:0,5


schauen wir mal weiter an die Nachbarbretter. Michael an 5 hatte einen Damentausch erzwungen und nun das Endspiel mit Turm gegen Läufer und einen Bauern, konnte aber gemnütlich mit dem Turm am Damen- und mit dem König am Königsflügel abgrasen. Andreas an sieben hatte inzwischen eine Figur und zwei Bauern mehr und drohte Angriffe sowie weiteres Getausche. 22:22 Uhr Michael 4,5:0,5 und 22:28 Andreas 5,5:0,5.


Zu Andreis Partie kann ich immer noch nichts sagen, da ich sie nicht verstanden habe, langsam stand er allerdings unter Druck, und als ich gerade am eigenen Brett saß, gab er auf - Materialverlust war wohl unauswichlich. 22:32 Uhr 5,5:1,5.


Bleibt meine Partie. Die drei Schwerfiguren auf dem Königsflügel drückten weiterhin, der Springer und ein Bauer rückten an, und da mein Gegner fast total paralysiert war, konnte ich sogar noch entspannt den König aus der kurzen Rochadestellung, die sich gleich öffnen wollte, ein paar Züge nach links verschieben. Dann wurde zum Angriff geblasen. Eine Unaufmerksamkeit von mir eröffnete ihm dann jedoch ein - allerdings angesichts ansonsten doch sehr bedrückter Stellung mit mindestens einem weiteren Bauernverlust und Überleitung ins Turmendspiel - chaosproduzierendes Figurenopfer (gut an dieser Stelle wäre gewesen, den König noch ein Feld weiter gezogen zu haben). Auf einmal drang Schwarz mit den Schwerfiguren aus Rache auf die weiße Grundreihe. Dennoch bedurfte es eines zweiten weißen Schnarchers, um ein Qualitätsopfer für Schwarz mit anschließendem Damengewinn zuzulassen. Nun hatten wir zwei Türme 5 Bauern gegen Dame 4 Bauern, und angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der !
Unwichtigkeit kam dann das Remis. (Eine erste Analyse legt allerdings auch nahe, dass Schwarz nichts besseres hatte, als sofort ins Dauerschach zu gehen). 23:49 Uhr 6-2.