Diagonale 1 – Schachfreunde 3

 

In unserem letzten Spiel gegen Schachfreunde 3 ging es für beide Mannschaften nur noch um den 4. bzw. 5. Platz. Matthias konnte  also beruhigt seinen Urlaub genießen, für ihn rutschte Rainer L. in die Mannschaft. Ansonsten waren wir in Bestbesetzung, da Rainer V. nach seiner langen Verletzungspause zu seinem ersten Einsatz in diesem Jahr antrat.

Es sollte also ein entspannter, lockerer Abend zum Abschluss der Saison werden.

 

Aber dann kam es doch ganz anders…

 

Bei der Terminplanung hat keiner die Blutspendeaktion des DRK an diesem Tag auf der Rechnung gehabt. Jedenfalls waren alle Räume des Gemeindehauses damit belegt. Zum Ausweichen hätten wir noch den großen Raum in der Kirche gehabt, aber da hatten sich die Weight-Watcher breit gemacht. Beide Veranstaltungen liefen bis 20:00 Uhr. Was nun???

 

Da die Anmeldung zum Blutspenden um 19:00 Uhr endete, waren die Organisatoren so freundlich uns den kleinen Raum zu überlassen. Jaaa, den kleinen Raum, den wir sonst nur nutzen wenn sich an spielfreien Abenden nicht mehr als vier Leutchen einfinden. Aber, wir hatten keine Wahl.

 

Es war eng. Es war so eng, dass wir die Getränkekästen in den Flur stellen mussten. So eng, dass man seinen Arsch nicht bewegen konnte, oder man trat gegen den Tisch oder jemanden auf die Füße. Es war sogar so eng, dass Rainer V. seine Krücken draußen ließ!

 

Und es war warm. Es war so warm… wie ein ca. 15 m² großer Raum eben wird, wenn 14 Männer über ihre Schachpartien brüten. Nur 14, weil Gerds Gegner nicht kam und Gerd angenehmere Orte aufsuchte um sich aufzuhalten. 1:0 für uns.

 

Dann wurde noch etwas am DRK-Laptop eingelesen, an sich OK, leider piepste es aber ziemlich laut. Dafür gab’s noch die Reste vom Blutspenden. Das DRK überließ uns die Schnittchen und die belegten Brötchen, die die Ausgebluteten übrig gelassen hatten.

 

Nun aber zum Mannschaftskampf:

Die Eröffnungen hatten wir recht gut überstanden, aber danach passten sich unsere Stellungen der  Raumluft an und wurden zunehmend schlechter. Zwar hatte keiner einen materiellen Nachteil, aber die Schachfreunde bauten Ihre positionellen Vorteile nach und nach aus.

 

Mich traf es als Ersten. Auf den Angriff meines Gegners fand ich nicht die beste Verteidigung, nicht mal die zweitbeste…1:1.

Kurz darauf musste auch Andrei aufgeben. Keine Ahnung wie es passiert ist, ich war draußen und habe mir die Beine vertreten, weil es in der Turnierkammer nicht möglich war. 1:2.

Der Raum wurde leerer, die Luft besser, da hatten wir schon das nächste Problem: Die Beleuchtung des Raumes reichte nicht bis zum ersten Brett und so saßen Martin und sein Gegner im Halbdunkeln. Ob das der Grund war, warum Martin einen gefährlichen Zug seines Gegners übersah? Wenige Züge später gab er auf. 1:3.

Dann, endlich, ein Erfolgserlebnis: Rainer L. hatte nicht nur eine bessere Stellung, sondern auch noch eine Stunde weniger auf der Uhr, als bei seinem Gegner die Zeit fiel. 2:3. Hoffnung kam auf.

Michael T. spielte gegen einen Ex-Diagonaler, Christian Scheuer. Nach einem, von beiden, nicht ganz korrekt geführten Bauernendspiel einigten sie sich auf Remis.

2,5:3,5 und keine guten Aussichten. An den letzten beiden Brettern war für uns höchsten Remis drin. Aber, auch dazu reichte es nicht. Marten ließ seinen Gegner noch sein Matt, weil es ein Schönes war, zu Ende bringen und Rainer V. hatte sich lange gehalten, aber am Ende fehlte ihm die rettende Idee.

Endstand: 2,5:5,5.

 

Danach durften wir noch einen vollends frustrierten Martin erleben, der sich nach diesem misslungenen Abend gerne mit einem Putensalat getröstet hätte, aber keinen bekam. Gab keinen mehr, auch keinen anderen Salat, keine Pizza, kein Baguette, nichts. Der krönende Abschluss.

 

Dabei sollte es doch ein entspannter, lockerer Abend werden.

 

Dave