Nun hat also auch der erste Kampf der ersten Mannschaft im Jahr 2007 stattfinden müssen. In Bestbesatzung (bis auf den Candidatus Bürgermeisterensis Stellae) gegen die alten Bekannten aus Pinneberg, ebenfalls in Bestbesetzung. Und während Matthias und sein Gegner Brückner noch über Partien aus der Zeit der napoleonischen Kriege diskutierten, die sie gegeneinander spielten, und Andrei sowie der Jensgegner etwas zu spät kam, wurde Kaffee gekocht und angepfiffen.


Als erstes ging die Post bei David ab. Sein Gegner Vsevolod Rakhmanov (1817) entschied sich für die schöne Variante mit dem Damenausflug nach g7 und h7 mit einigen Zugumstellungen, und blitzartig war eine sehr scharfe Stellung mit vielen taktischen Ideen auf dem Brett, die zügig abgewickelt wurde und in der dann in unklarer Stellung David entscheidend vom Fluchtfeldermangel der Gegenmonarchin profitieren konnte. 1:0 als Andrei gerade erschienen war.


Das 2:0 trug kurze Zeit später dann der Häuserfink bei. Gegner Wolfgang Retzlaff (1729) übersah schlicht und ergreifend in etwas aktiverer Stellung einen Abzug mit Schach und brach komplett ein (Qualle, Bauer, Stellung), was er nicht mehr weiter spielen wollte.


Zu diesem Zeitpunkt stand Matthias (gegen eben Gerhard Brückner, 1824) etwas aktiver und Martin (gegen Peter Dangelowski, 1798) begann, Felderschwächen in den gegnerischen Königsflügel zu malen. Ich an vier (gegen Winfried Hadlich, 1776) hatte einen gesunden Mehrbauern und ein paar Tempi bei verschiedenen Rochaden, Andrei hatte gegen Thomas Iwanow (1734) eine angeschachtelte Knetstellung ohne viel Action, Andreas spielte ein wie üblich unglaubliches Ding, das niemand wirklich begriff, gegen Harry Linke (1740) und Gerd an acht hatte gegen seine sonstige Art zu einem Gambit gegriffen (gegen Manfred Zimmermann, 1603) und stand etwas aktiver und rannte seinem Bauern hinterher. Alles in allem schien es zu diesem Zeitpunkt so, als ob das recht anständig werden könnte.


Allerdings tat sich die nächsten zwei Stunden nicht viel. Der Kaffee wurde ausgetrunken.


Dann ergab sich Gerd an 8 in ein Remis. Der Gegner klammerte geschickt und ließ Gerds Angriff im Sande verlaufen, sodass ein halber Punkt bei Minusbauern schon in Ordnung geht. Mein Gegner hielt dann die Uhr an, nach einem zweiten Bauernverlust und einem Qualitätsopfer für etwas Angriff konnte ich alles abwehren, Damen und einen Turm tauschen, und bei K(aktiv)T6B gegen K(eingeengt)L2B war es dann doch vorbei (Fritz hatte schon ein Matt in 17 gesehen, ich allerdings nicht). Martin hatte nun die Felderschwächen seines Gegners perfektioniert, stand mit zwei Springern unvertreibbar und gedeckt auf d6 und f6, Andreas hatte zwei lockere Mehrbauern (wenn man den Rest der Stellung mal mutig "irgendwie auf die eine oder andere Art ausgeglichen" nennen mag - begriffen hat es außer den Spielern immer noch keiner), Matthias hatte nun doch ein Remis angenommen, da er keinen Grund mehr im Kneten sah, nachdem einer seiner Pläne nicht optimal lief und die Restzeit unter 5 Minuten gesckat war (4:1), und damit war an sich unverlierbar.


Der Rest in Kürze: Andreas Stellung war durch einen Bauerneinsteller zwar schlechter geworden, aber KDTTLS3B gegen KDTTLS2B sieht man nicht alle Tage, Sicherheit für die Könige gab es kaum noch, bis Andreas völlig überraschend ein Motiv des Damenfangs ausgrub, gegen das kein Kräutlein wuchs, somit 5:1. Martins Gegner opferte eine Qualle gegen den d6-Springer, der f6 sorgte aber zusammen mit der Dame für noch etwas Aufräumerei am Königsflügel und bei Qualle und Mehrbauer fiel Dangelowskis Zeit, 6:1. Andrei lehnte im Endspiel KLL7 gegen KLL7 zwei Mal Remis ab (okay, beim ersten Mal waren noch DSS zusätzlich auf dem Brett), und während die umstehenden noch fragten, inzwischen zugegeben nicht mehr alle umstehend sondern zum Teil kneipsitzend, wie das realistisch gewinnbar sein sollte, waren die 5h um und es kam doch zum Friedensschluss.


Mit einem 6,5:1,5 sicherlich zu deutlich, aber endlich mal Tordifferenz zu haben, das hat auch was. Ein guter Start, den zu bestätigen gegen die Steinmetz-Kroencke-Scheuer-Mannschaft der Schachfreunde nächste Runde sicherlich schwerer wird.