Februar, für die Jahreszeit zu warm. Dritte Runde der Hamburger Mannschaftsmeisterschaften, die erste Mannschaft der Diagonale, ohne den leider abwesenden Mannschaftsführer Martin Becker spielt ausnahmsweise mal nicht im berühmten Keller des Altonaer SK, sondern hat diese Mannschaft daheim bei sich zu Gast. Wiener, Ristic, die Gebrüder Diehl, wie sie alle heißen, sie mussten zu uns kommen - dafür gab es dann leider auch keine Würstchen.


Und kaum hatte der Mannschaftskampf angefangen, da begann schon das muntere Scheibenschießen: Bereits nach einer Stunde hatte Brett 7 gepunktet, kurz darauf folgte Brett 4 und so ging es weiter, Punkt um Punkt, und wäre nicht der eine kleine Patzer von Gerd gewesen, so hätten wir locker 8:0 gewonnen, so wurde es leider nur ein 7:1. Ja, so war das, damals, 2007.


Im Jahre 2008: Februar, für die Jahreszeit zu warm. Dritte Runde der Hamburger Mannschaftsmeisterschaften, die erste Mannschaft der Diagonale spielt ausnahmsweise mal nicht im berühmten Keller des Altonaer SK, sondern hat diese Mannschaft daheim bei sich zu Gast. Wiener, Ristic, die Gebrüder Diehl, wie sie alle heißen, sie mussten zu uns kommen - dafür gab es dann leider auch keine Würstchen.


Leider kamen sie aber nicht, der Kampf musste ausfallen.


Nein, so war das nicht, damals 2008, sie kamen. Und zwar nicht in der ganz gewohnten Aufstellung, sondern mit zwei aus Finkenwerder übernommenen Nachwuchsspielern. Bei uns fehlte diesesmal nur Martin, nicht wie letztes Jahr mehrere, der aber leider diesmal nicht wegen Urlaubs.


Zuerst ging die Post ab an Brett 3 - wer die Protagonisten Sreten Ristic und David Hernandez kennt, den wird das nicht im geringsten verwundern, sind doch beides Hau-drauf-Spezialisten. Dave kam als schwarzer in einer klassischen Variante leider mit einem Tempo weniger raus, und stand schnell ausgesprochen unästhetisch. Es war zwar noch nicht alles verloren, aber wenn es mal so gar nicht läuft, dann stellt man leider einen Läufer ein, weil man bei einem Fesselungsmotiv ein Zwischenschach übersah, und so lagen wir nach 65 Minuten leider mit 0:1 hinten.


Martin spielte eine etwas ungewöhnliche aber ganz passabel aussehende Partie, bei mir am Brett roch es ganz gewaltig, unter anderem nach einem weißen Qualitätseinschlag auf f6, wer hingegen ein feines Näschen (zum Beispiel für positionelles Spiel) hat, der wird die Nase an dem Brett gerümpft haben.


Zur Partie an Brett 1 will ich mangels eigener Qualität sie zu beurteilen nichts sagen, Jens entwickelte weniger seine Figuren als mehr materielle Nachteile, Andrei knödelte seine Stellung vor sich hin, an den hinteren Brettern war trotz Gerdscher Anwesenheit kein wirkliches Feuer.


Was passierte? Vielerlei, genauer Viererlei: Martin verschärfte angesichts des Rückstandes ein wenig das Tempo, allerdings leider nicht mit dem gewünschten Effekt, seinem geöffneten Damenflügel stellte der Gegner dank Indisponiertheit der weißen Monarchen ziemliches Generve vor der Rochadestellung entgegen, und irgendwann war Martin entnervt und es stand 0:2. Andreas an 7 schüttelte ereignislos die Hand, Nullkommafünf:mehr. Bei mir an 4 lernte ich eine Lektion - wenn man die Qualle durch Reinhau opfert, hat man ja erst mal eine Figur mehr, sodass einen eine hängende Figur anderswo erstmal nicht so sehr stören muss. Leider lernte ich diese Lektion erst postmortal, deckte die Leichtfigur und verzichtete auf das entscheidende Opfer, verlor die Initiative, und obwohl dann ein Damengewinn kam standen die weißen Figuren zu passiv und es stank wie Leichenhalle nach zwei Wochen Kühlungsausfall nach der Niederlage, die auch kam. Wobei sich der Chronist vorwerfen lassen muss, so wenig Zeit wie möglich am oder auch nur in der Nähe seines Brettes verbracht zu haben. Kurz darauf ging auch Brett acht in ein friedliches Ende, 1:4 um halbich Ölmpf.


Den Sieg aus dem Vorjahr würden wir wohl nicht wiederholen können, ganz im Gegenteil drohte das Gegenteil, denn allen drei Stellungen drohte eher die Null denn die Eins. Jedoch gelang es Andrei, seinen Gegner schön zu behumpsen, 2-4. Jens kam zwar mit seinem Freibauern (Turm gegen zwei Figuren und paar Bauern, aber eben ein Freibauer) kaum vorwärts, aber sein Gegner bewegte seine Bauern auch nicht und kam auch irgendwie dem Punkt nicht näher. Matthias an 1 spielte souverän chaotisch, und in Zeitnotsituation war zumindest alles drin, wenngleich nicht zwingend wahrscheinlich. Sollte die Sensation doch noch gelingen, trotz großen Großmurkses noch zu remisieren?


Plötzlich passierte an Brett 6 bei Finki zweierlei. Schwarz entschloss sich nach mehreren Monaten doch noch dazu, wenn weiß nicht vorwärts kommt, seine Freibauern einfach zu ziehen, Finki drohte dafür mit aktivem König auf einmal ein zweizügiges Matt. Leider mit dem (bewusst riskierten, sonst war die Partie inzwischen totverloren) Risiko, dass der Gegner einen Turm bei der Mattabwehr gewinnen könnte. Muss man aber erst mal sehen. Sah man. 2:5. Schade, aber den Versuch war es wert. Gescheit - gescheitelt - gescheitert gewissermaßen.


Matthias an 1 konnte nun nicht mehr viel gewinnen oder verlieren. Außer der Partie, die nicht klar war, aber grob ausgeglichen, und so einigte man sich auf Remis. Mit 2,5:5,5 war das Abschlussergebnis minimal schlechter als im letzten Jahr und nach dem guten Start in diese Saison höchst ernüchternd. À propos nüchtern: der Bierkonsum lag auch zwei Kästen unter dem vom Vorjahr, Andi hatte leider vergebens nachgekauft. Ein Teil der Differenz lag sicher da, vielleicht hätten dieses Jahr wir mal was trinken sollen, geschadet hätte es nicht viel.