Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse...


wieso, dazu kommen wir später. Die sechste Runde paarte uns mit der
dritten Vertretung aus Marmstorf, einer der beiden Mannschaften, die den
zweiten Abstiegsplatz neben Lurup unter sich ausmachen dürften.
Entsprechend gingen wir nominell als Favoriten ins Rennen, und auch wenn
unsere Gegner vollzählig antraten (was nicht immer so war in dieser
Saison) auch mit deutlichem DWZ-Vorteil von grob 250 Pünktli pro Brettli.


Also sollte der Kampf beginnen. Und ließ sich zunächst unauffällig an.
Matthias spielte eher aktiv, Dave eher passiv, Florian an drei hatte
schnell einen wunderschönen Chaos-Kann auf dem Brett, und gewann dabei
ein solides Rülpserchen. Ich an vier spielte zu aktiv und wurde in der
Folge zur Strafe passiv auf die Grundreihe zurückgedrängt. Martin gewann
schnell einen Bauern und hatte einen Riesenhüpf auf d4 gegen gegnerische
Felderschwächen nachdem b6 gespielt war, Andrei spielte mit seiner
Gegnerin zunächst wettapeln (wer zuerst in der gegnerischen Hälfte eine
Figur hat, verliert), Andreas mit der seinen (ja, zwei Frauen) zunächst
normal passiv und Finki an 8 hoffte offenbar aufs Endspiel und tauschte
sich so durch, gewann dabei aber ein lecker halböffenlinsche. In der
Summe etwas besser für uns, aber so recht klar war das nicht.


Während jedoch David und ich weiter und weiter absackten, rollten wir
das Buffet von hinten auf (daher die unglaublich humorige Überschrift).
Finki an 8 gewann, nachdem er einen gegnerischen Bauern abholen und dann
viel tauschen konnte, inzwischen stand Andrei klar besser (ein Bauer so
gewonnen, ein zweiter konnte einfach rausgenommen werden, da
wiederschlagen taktisch nicht ging), riskierte dann aber, zwei Figuren
für Turm und Bauer zu geben, um dann eine Freibauernwalze am Damenflügel
loszujagen (dennoch sprechen Ketzer von einem "Einsteller"). Mein Gegner
spielte nicht konsequent genug nach vorne, sodass ich mich zunächst
befreien und dann in die Offensive gehen konnte, an den anderen Brettern
passierte zunächst nicht so viel (Dave stand schlechter, Martin und
Florian hatten Mehrbauern und -stellung und Matthias stand angenehmer
aber unklar).


Zurück zu "Buffet von hinten": Andreas an 7 steckte einen Turm ins
Geschäft (Txg6), was allerdings auch siebenzügig matt gewesen wäre, nach
dreien der Züge wollte die Gegnerin (frische Frau Doktor, aber es kann
nicht jeden Tag alles klappen) nicht mehr. (1.Txg6+ fxg6 2.Dxg6+ Kh8
3.Dxe8+ Kg7 4.Tf7+ Kh6 5.Dh8+ Kg6 6.Dg8+ Kh6 7.Th7#. Bringt nix ohne
Stellung, oder?). 2:0. Andrei schaffte es inzwischen, einen Bauern auf
a2 und einen Turm auf b1 zu stellen, kurze Zeit später hatte er eine
zweite Dame und nur noch ein Racheschach blieb der Opponenz vor dem 3:0.

Florian hatte inzwischen für mich nicht erkennbar seinen Mehrbauern für unklare
Initiative geopfert, stand auch immer noch besser, aber nach zwei abgelehnten
Remisgeboten dachte er dann doch, was man hat, das hat man. 3½:½ also.


Nun gab es ein kleines Päuschen, bevor Matthias sich in besserer
Stellung ebenfalls auf Remis einließ. 4:1, erster Mannschaftspunkt war
sicher. Und zwar hatte Dave inzwischen zwei Bauern gespuckt und stand
auf dem Acker, aber ich konnte zunächst einen Bauern gewinnen, die Damen
tauschen, dann noch einen Bauern, und hatte nun ein Springerendspiel mit
4 gegen 2 Bauern, sodass nichts mehr anbrennen konnte. Martin stand auch
klar besser, spielte aber in meinen Augen riskanter als nottat, statt
des einfachen Sieges spielte er auf schön.


Ist aber alles egal, Spannung kam nicht mehr auf. Zuerst gab Davids
Gegner auf - er hatte schlicht in Zeitnot erst einen Bauern eingestellt,
wollte dann aber keinen zweiten geben, sodass halbzügig ein ganzer Turm
abhanden kam. Dann meiner, inzwischen marschierte einfach ein Freibauer
durch (wobei die Partie an die von Rainer J. am Vortag erinnerte: der
zunächst schlechter Stehende kommt durch fehlende Aktivität des Gegners
erst zurück ins Spiel, dann gut ins Spiel, und die Löwenarbeit hatte ein
Langstreckengaul, dem eine Extraportion Hafer zusteht, in meinem Falle
nach dem Weg
Sb8-c6-a5-c6-b8-d7-c5-e4-c3-e4-c5-d3-e5-d3-f4-d5-e3-c4-b2-a4-b6-d5-b4-d3-f4
- davon 12 am Stück.) Als letztes gab Martins Gegner auf, das
Schönspielen war korrekt und obendrein misshandelte der Gegner es mit
Schwarz in Zeitnot noch, sodass ein Mehrturm für Martin übrig bleiben
sollte.


Man kann nun sagen "unsere beiden nominell besten Spieler haben mit Weiß
jeweils nur Remis gespielt, das ist zu wenig". Man kann aber auch sagen,
dass das 7:1 zwar verdient und nie gefährdet war, aber insbesondere bei
Dave und mir deutlich zu hoch, ein 5:3, vielleicht 5½ hätte dem Spiel
mehr entsprochen.

[Marten]