Blankenese I gegen Dia II – eine knappe Angelegenheit

Mittwoch, 3. März, 18 Uhr. Sechs der acht Diagonaler fahren vom Harburger Rathaus
los, um gegen Blankenese I zu spielen. Nachdem am Vortag der HSK XIV gegen St. Pauli
abgefiedelt wurde, bot sich die Chance alleiniger Tabellenführer zu werden, wenn wir denn gewönnen. Dagegen sprach, dass Blankenese die Top-Mannschaft unserer Staffel ist. Und das wir gleich vier Spieler ersetzen mussten, denn Gerd, Armin, Michael und auch Alexander konnten nicht. Somit spielten wir mit folgender Aufstellung: 1. Marcel 2. Rainer L. 3. Rainer J. 4. Detlev 5. Manfred 6. Jürgen 7. Andy 8. Joachim Hemminghaus .
Nachdem wir rechtzeitig in Blankenese angekommen waren, ging es um 19 Uhr los. Allerdings ohne drei Spieler von Blankenese und Joachim Hemminghaus, die sich allesamt verspäteten. Am anfang geschah noch nichts Wildes, aber zumindest schien keiner vollkommen vor die Hunde zu gehen. Naja, bis auf Rainer L., der sich früh zurückdrängen ließ und die geballte Macht der weißen Leichtfiguren zu spüren kam, die seinem König die Luft zum Atmen nahmen. Marcel an Brett 1 konnte einen Bauern gewinnen und hatte plötzlich ein schickes Figurenspiel, das sah sehr gut aus. Jürgen an Brett 6 hatte eine Minusqualle aber konnte am gegnerischen Königsflügel mit Läuferpaar und Dame ganz schön Unruhe stiften. Manfred stand ausgeglichen und an Brett 8 waren inzwischen beide Kontrahenten zugegen, nachdem sie sich jeweils um eine halbe Stunde verspätet hatten. Zum Glück für uns, hatte Joachim Schwarz, sodass des Gegners Zeit lief. Ob das der Grund war, oder einfach Gepatze, auf jeden Fall hatte Joachim, der im Blitztempo spielte zwei Bauern und eine Figur mehr. Das stand klar auf Gewinn. Detlev hatte leider einen Minusbauern und eine riesige Bauernkette seines Gegners, aber vielleicht konnte er das halten. Rainer J. Stand zwar ein wenig passiver, aber nicht so, dass es dramatisch wäre, gegen einen jungen Inder, der gutes Schach zeigte. Was schließlich bei Andy an Brett 7 los war weiß ich nicht, aber er und sein Gegner (1800+!!!) einigten sich relativ früh auf ein Remis. Derweil hatte Gogo seine Minusqualle in einen Plusläufer gewandelt und stand klar auf Gewinn. Joachim an Brett 8 auch. Manfreds Gegner hat einen starken Freibauern zugelassen, sodass dieser einen enormen Druck zuließ. An Brett 5-8 schien alles hervorragend zu laufen. Bei Detlev war die Lage unverändert, bei Rainer J. war sie schwer zu beurteilen, aber sein Gegner hatte nicht mehr viel Zeit. Rainer L. stand leider immer auf dem ackerer. Marcel hat dann eine Abtauschkombi gefunden, die den Bauern behielt und in einem Zuge je drei Figuren und eine Dame auf beiden Seiten wegnahm, sodass ein Doppelturmendspiel mit Mehrbauern (der war auch noch ein freier) zu spielen und hoffentlich auch zu gewinnen stand. Aber erstens kommt es anders und zweitens gehört Marcel dafür in den Arsch getreten. Denn nachdem der Gegner einen offensichtlichen Zug gemacht hat, mit dem Marcel auch gerechnet hat (und sich dementsprechend eine Antwort vorbereitet hat), schaute er nicht, ob die vorbereitete Antwort vielleicht doch nicht so toll ist. Was nämlich der Fall war und einen ganzen Turm kostete. Die Stellung nach dem richtigen Zug war zwar noch leicht besser für weiß, wäre aber wohl ins Remis gemündet, da die schwarzen Türme deutlich aktiver waren. Dieser halbe Punkt sollte noch wehtun sei an dieser Stelle verraten.
Jürgen verwertete seinen Vorteil und gewann, ebenso Manfred, der durch ein Damenopfer einen Turm gewann, da der Bauer danach forciert durchging. Rainer L. Musste aufgeben, insgesamt stand es also 2,5-2,5. Detlevs Gegner fand leider den Gewinnzug, sodass Blankenese in Führung ging, allerdings glich Joachim kurz danach aus, obwohl er inzwischen nur noch einen einizgen Mehrbauern hatte. Aber das hat gereicht. Also 3,5-3,5 und nur nach Rainer J. am Spielen. Sein Gegner gewann in dessen Zeitnotphase einen Bauern, stellte ihn aber wieder ein und am Ende der Zeitnotphase war ein Endspiel 4 Bauern+Turm+König gegen selbige erreicht. Rainer J. hatte dabei einen wunderschönen weit entfernten Freibauern auf der A-Linie, während die schwarzen Landwirte am Königsflügel standen. Leider schaffte es Rainers Gegner, sich einen Freibauern auf der e-Linie zu schaffen und diesen auch noch zu verwerten. Rainer ließ sich dann auch noch Mattsetzen, man hat ja schon von Patts in verlorenen Stellungen gehört.
Endergebnis also 4,5-3,5 für Blankenese. Unsere 3,5 Punkte holten die Bretter 5 bis 8, obwohl hier der DWZ-Unterschied am grüßten war. Hätte Marcel an Brett 1 nicht seine Gewinnstellung weggeschmissen (bevor die Stellung Remis war, hat er ein paar doofe Züge gefunden) oder wenigstens Remis gemacht, wer weiß, ob nicht Rainer J.s Gegner in der Zeitnot ein Remis angenommen hätte. Schade, denn obwohl die Gegner im Schnitt mindestens 150 DWZ-Punkte besser waren, wäre ein Seig verdient gewesen. Trotz allem, mit 3,5 Brettpunkten hat niemand gerechnet, und an sich kann man fast zufrieden sein. Aber wenn und hätte schwebt einem (besonders dem Schreiber) natürlich ständig im Hinterkopf.

[Marcel]