Wie ein Phönix aus der Asche

Nach dem überzeugenden Sieg von DIA III am letzten Donnerstag begann am Dienstag nun auch die Mannschaftskampfsaison der Zweiten. Es ging auswärts zum Millerntorstadion, denn im Clubheim des FC St. Pauli mussten wir gegen STP V ran. Um 19 Uhr war die Mannschaft auch vollständig da, und setzten sich in folgender Reihenfolge an die Bretter 1 bis 8: Marcel / Andreas Cz. / Rainer L. / Said / Armin / Rainer J. / Detlef / Manfred. Also quasi Bestbesetzung. Unsere Gegner waren DWZ-mäßig teils deutlich stärker, aber da muss man dann eben durch.

Es begann leider nicht wirklich optimal, da Andreas recht früh eine Figur einstellte und aufgeben musste. Bei mir war aus der Eröffnung zwar ein Minusbauer entstanden, jedoch bei suboptimaler Struktur bei meinem Gegner und leichter Initiative für mich, da ich rückständige Agronomen auf’s Korn nehmen konnte. Rainer L. hat im zwölften Zug ein Remisangebot erhalten, wurde aber angewiesen weiterzuspielen. Leider hat sich seine Stellung verschlechtert und bei bereits viel abgetauschtem Material (wen wundert’s) hatte er gleich zwei Bauern weniger. Das sah nicht wirklich gut aus. Said hatte eine ganz besonders wilde Stellung gezaubert, aber schien sich, als ich schaute, verspekuliert zu haben und drohte einen Springer zu verlieren. Bei Armin war nichts los, Rainer J. hingegen kam als Schwarzer sehr aktiv aus der Eröffnung heraus und hatte eine gesunde Mehrfigur. Bei Detlef war nicht viel zu Gange und Manfred stand doch schon sehr passiv.

Kurze Zeit später konnte Rainer J. den Punkt zum zwischenzeitlichen Ausgleich klarmachen. Die Freude währte aber nur kurz, denn sowohl Rainer L. als auch Manfred mussten die Segel streichen.

So stand es 3 – 1 für STP V und Said hatte inzwischen tatsächlich eine Figur weniger und stand nicht wirklich verheißungsvoll. Detlef musste zwischenzeitlich aufgrund des Punktestands der Mannschaft mehrere Remisangebote ablehnen und versuchte alles, um irgendwo eine Schwäche ausnutzen zu können. Armin stand immer noch passabel, aber es gab noch nichts Konkretes. Saids Stellung war derweil völlig hinüber. Der Gegner hatte ein weit vorgerücktes Freibauernpaar auf der d- und e-Linie, unterstützt von der Dame und drohte schon recht stark, bald einen der Bauern umzuwandeln. Ich hatte zwar immer noch einen Bauern weniger, dafür aber einen vom Läufer gedeckten Freibauern auf a2. Mein Gegner hatte zwar einen Doppelbauern, drohte aber zumindest motivmäßig diesen zu einem gedeckten Freibauern im Zentrum umzuwandeln.

Glücklicherweise konnte ich jedoch eine Zugwiederholung erzwingen, sodass es nun 3,5 – 1,5 stand. Bei Detlef nichts Neues, bei Armin war inzwischen aber echt Leben in der Partie. Beide Seiten bedrohten den gegnerischen Königsflügel und es war nicht so richtig klar, wer Vorteile hatte. Eins hatten jedoch beide Spieler kaum noch, nämlich Zeit. Es waren erst 25 Züge gespielt und beide Spieler hatten unter drei Minuten auf der Uhr.

Said hat es tatsächlich geschafft, die Figur wieder aufzuholen, trotzdem stand er immer noch unter Druck. Aber im Vergleich zur vorherigen Stellung waren das Welten Unterschied. Sein Gegner hatte auch nicht mehr richtig viel Zeit, aber hatte den unbedingten Willen, sich den Sieg nicht entreißen zu lassen und schickte seinen König nach vorne, um gemeinsam mit der Dame die Umwandlung des noch verbliebenen Freibauern zu erzwingen. Bei Armin ging es derweil heiß her, beide Spieler blitzten was das Zeug hielt und Armin hat doch tatsächlich eine Abwicklung gefunden, die ihm einen Bauern und eine Figur gewinnt.

Er hat es aber so nicht gespielt. Am Ende und als beide Spieler die Zeitnotphase, wenn auch knapp, hinter sich gebracht haben, hatte Armin trotzdem einen b-Freibauer und eine Zwei-zu-Eins Bauernmehrheit am Königsflügel. Allerdings hatten beide Spieler noch einen Turm, sodass noch ein wenig Obacht notwendig war. Nach der Blitz-Einlage gingen Armin und sein Gegner eine rauchen und verpassten so das Ereignis des Abends. Said hat sich zwar sehr gewehrt und das Beste aus seiner Stellung gemacht, aber am Ende war es wohl doch zu wenig. Bis sein Gegner ins Hilfsmatt lief. Die diversen Kibitze machten große Augen und wollten selbigen nicht so richtig trauen. Said blieb aber ganz cool und setzte seinen Gegner matt. Nur noch 3,5 – 2,5 und Armin mit einer Gewinnstellung.

Also schauen wir zu Detlef. Dieser hatte immer noch eine sehr stabile Stellung, in der wirklich nichts mehr los war. Mit Rainers Erlaubnis endete die Partie dann auch kurze Zeit später Remis. Also 4 – 3. Auch wenn wir nicht mehr gewinnen würden können, sah es doch so aus, als würde uns ein sehr unerwarteter Punktgewinn gelingen. Und tatsächlich blieb Armin cool und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. 4 – 4 gegen eine sehr starke Mannschaft in guter Aufstellung ist ein absolut gelungener Start in die Saison! Said hat mal wieder bewiesen, dass es sich immer lohnt zu kämpfen und, wenn auch glücklich, die Mannschaft auf die Fast-Sieger-Straße gebracht. Der nächste Gegner ist die zweite Mannschaft vom SKJE, die die stärkste Mannschaft der Staffel stellen.

Wenn wir genauso kämpferisch und topmotiviert eingestellt sind wie gegen St. Pauli, ist aber auch da eine Überraschung drin.

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